Allgemeine Information

Fußchirurgie

Allgemeine Hinweise zur Operation
Das Vorgehen bei der Operation ist so individuell, wie der jeweilige Befund es erfordert: Form und Ausmaß der Fußdeformität, als auch allgemeiner körperlicher Zustand des Patienten erfordern die Anpassung des Operationsverfahrens und der Nachbehandlung. Röntgenbilder und Winkelgrade können eine Richtung des Verfahrens beeinflussen, ersetzen aber nicht die Anamnese und genauste körperliche Untersuchung. Daher betreffen die im folgenden aufgeführten Hinweise einen Großteil der Patienten, können aber im Einzelfall davon abweichen.

Die Operationsvorbereitung

In der Praxis:
Anamnese und körperliche Untersuchung, Anfertigen eines Röntgenbildes und Auswertung von ggf. durchgeführten Zusatzuntersuchungen werden mit dem Patienten besprochen, das OP – verfahren wird festgelegt und anhand von Modell und Zeichnung erläutert. In vielen Fällen kann auch schon die OP – aufklärung erfolgen. Im Allgemeinen erfolgen die Eingriffe stationär, aber je nach Ausmaß sind auch ambulante Operationen möglich. Ein Terminvorschlag zur OP wird abgestimmt.

Im Krankenhaus:
Der Patient wird von den Pflegekräften aufgenommen, ggf. wird Blut zur Bestimmung der Laborparameter abgenommen, ein EKG und eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes angefertigt. Der Anästhesist informiert den Patienten über die Art des Narkoseverfahrens: Hierzu zählen regionale Betäubungen ( der sog. Ischiadicusblock oder die Spinalnarkose/rückenmarksnahe Narkose) in einigen Fällen auch Vollnarkose. Wichtig ist die Markierung der zu operierenden Seite und ggf. die Fotodokumentation. Am Folgetag erfolgt die Operation, Patienten welche in Nähe zum Krankenhaus wohnen können ggf. am nächsten Morgen wiederkommen.

Die Nachbehandlung:
Es besteht einepostoperative Schwellneigung , deshalb ist es unumgänglich in den ersten Tagen konsequent Hochzulagern ( bedeutet: der Fuß ist beim liegenden Patienten über Herzhöhe gelagert ), zu Kühlen (bedeutet: möglichst mehrmals am Tage ein Eispack auf den Verband legen, es sollte eine milde Kühle enstehen, nicht länger als 10 min am Stück kühlen) und nicht unnötig herumlaufen , bzw. den Fuß herunterhängen zulassen.
Der Verband zügelt die Zehen, bei Hallux valgus - Operationen sollte diese Zügelung möglichst die ersten Wochen beibehalten werden, in Einzelfällen kann eine Bandage verordnet werden.
Die Operationsverfahren erfordern im Allgemeinen eine Ruhigstellung nach Korrektur des Vorfußes von 6 Wochen, des Rückfußes von 8 Wochen und des oberen Sprunggelenkes von bis zu 12 Wochen. Aufgrund der Schwellneigung erfolgt dabei die Ruhigstellung zunächst in einer Castschale, später dann wird ein Spezialschuh, der sog. Vorfußentlastungsschuh oder ein geschlossener Kunststoffverband mit Laufsohle, wahlweise ein "Walker" angelegt.
Eine Thromboseprophylaxe ist für den Zeitraum der Entlastung in der offenen und geschlossenen Kunststoffschale unumgänglich, im Vorfußentlastungsschuh kann auf sie verzichtet werden.
Die Entfernung des Nahtmaterials erfolgt im Allgemeinen nach 12 – 14 Tagen. Ist zu diesem Zeitpunkt die Wunde reizfrei abgeheilt, ist das Waschen des Fußes wieder möglich. Ausnahmen hiervon bilden jedoch Hautstellen, aus denen bei der Operation eingebrachte Drähte herausragen.
Eingebrachte Drähte werden je nach Operationsverfahren nach 4-6 Wochen in der Praxis entfernt.
Eine Wiederaufnahme der Belastung erfolgt nach durchgeführter Röntgenkontrollaufnahme in der Praxis. Der Arzt erteilt die Freigabe, oft verbunden mit einem Schema einer langsamen Belastungssteigerung. Bei noch vorliegender Schwellung muß das Schuhwerk vorübergehend entsprechend angepasst werden.
Um die bestmöglichste Funktion des Fußes wieder zu erreichen, beginnt die physiotherapeutische Behandlung mit einer Gangschulung und Mobilisation der Gelenke auf stationärer Ebene, wird vom Patienten dann möglichst selbstständig zu Hause fortgesetzt und kann dann bei Belastungssteigerung wieder unter Anleitung erfolgen. In einigen Fällen ist eine manuelle Lymphdrainage zur Reduktion der Schwellung notwendig.
Eine Schwellneigung über 4-6 Monate nach Operation ist nicht ungewöhnlich und kann in Einzelfällen bei z.B. schweren Fehlstellungen auch länger andauern. Extreme Fehlstellungen können oft nicht vollständig zu einem "normalen" Fuß umgewandelt werden. Fast alle Operationen haben eine gewisse Einschränkung an Beweglichkeit zur Folge.

Ihre Ansprechpartner: Dr. Jens Lassen, Dr. Winfried Brieske, Dr. Lutz von Spreckelsen


Gesellschaft für Fußchirurgie e.V.
www.gesellschaft-fuer-fusschirurgie.de